PM – Solarstrom lohnt sich 2016 mehr denn je / Tipps für Verbraucher

Photovoltaikanlagen günstiger, Eigenverbrauch profitabler, Vergütungssätze nicht gesunken.

Montage einer Photovoltaik-Anlage

Montage einer Photovoltaik-Anlage (Foto: Simon Kraus / fotolia.com)

Solarstrom vom eigenen Dach rechnet sich finanziell. In diesem Jahr wird er sogar noch lukrativer. Die Renditeaussichten für Neuanlagen sind unter anderem deshalb besser geworden, weil die Investitionskosten in den letzten zwei Jahren um bis zu 10 Prozent gesunken sind, berichtet die Branchenvereinigung Solar Cluster Baden-Württemberg. Den geringeren Investitionskosten stehen zudem höhere Einnahmen gegenüber: Den in der eigenen Anlage produzierten Sonnenstrom selbst zu verbrauchen, ist aufgrund des im Januar gestiegenen Strompreises jetzt lohnender. Und die Vergütungssätze für den Teil des Solarstroms, der in das Netz eingespeist wird, sind zum 1. Januar zum zweiten Mal in Folge nicht mehr gesunken. Sonnige Aussichten also für Eigentümer von neu installierten Solaranlagen. „Bei einer guten Planung und erhöhtem Eigenverbrauch sind Renditen von fünf bis sechs Prozent möglich – mehr als jede Festgeldanlage derzeit bringt, und das ökologisch“, sagt Carsten Tschamber vom Solar Cluster.

Anfang 2006 kosteten schlüsselfertige Aufdach-Anlagen bis 10 Kilowatt installierter Leistung (kWp) im Durchschnitt um die 5.000 Euro pro kWp. 2014 waren es noch 1.640 Euro pro kWp. „Jetzt beträgt der durchschnittliche Preis sogar nur noch 1.490 Euro“, so Carsten Tschamber. Flankiert werden die gesunkenen Kosten durch die erhöhte Profitabilität des Eigenverbrauchs. Der durchschnittlich um zwei Prozent gestiegene Strompreis macht es noch attraktiver, den Solarstrom selbst zu verbrauchen. Hinzu kommt: Im Zeitraum vom 1. Januar bis 31. März 2016 bleibt die Förderung für neue Hausdachanlagen bis 10 Kilowatt installierter Leistung mit 12,31 Cent pro Kilowattstunde (kWh) gleich hoch – bis September sank der für 20 Jahre garantierte Satz monatlich.

Geld verdienen und ökologisch Gutes tun

Treiber der Rendite ist nicht mehr die Einspeisung, sondern ganz klar der Eigenverbrauch des Ökostroms. Der Grund: Strom aus einer neuen Photovoltaik-Anlage ist rund halb so teuer wie Strom vom Energieversorger. Der Haushaltsstrompreis liegt derzeit netto bei rund 25,5 Cent pro Kilowattstunde, die Kosten für den Photovoltaikstrom vom eigenen Dach sind inzwischen auf 11 bis 13 Cent pro kWh gesunken. Wer also den eigenen Solarstrom verbraucht und nicht verkauft, spart die Differenz von derzeit rund 13 Cent – um so viel ist der Eigenverbrauch lukrativer.

Um mit der Solaranlage Renditen von fünf bis sechs Prozent zu erreichen, sollten die Besitzer daher den Eigenverbrauch möglichst erhöhen. Das bedeutet: Ihren Stromverbrauch im Haus auf den von der PV-Anlage gelieferten Strom abstimmen. Eine sorgfältige Dimensionierung und Planung der Anlage ist aus diesem Grund unabdingbar. Das Solar Cluster rät, sich dazu an spezialisierte Firmen aus der Region zu wenden.

In der Regel ist der Eigenverbrauch ohne zusätzliche Maßnahmen auf 25 bis 30 Prozent begrenzt. Ein Mittel, um ihn zu erhöhen, ist die Verlagerung des Stromverbrauchs in die Mittagsstunden. Die Spülmaschine oder der Wäschetrockner werden dann zwischen 11 und 15 Uhr und nicht am Abend angestellt. Eine weitere Möglichkeit ist, die Module nicht nach Süden wie üblich, sondern nach Osten und Westen auszurichten. Ihr Ertrag reicht bis in die Abendstunden, wenn die Bewohner wieder im Haus sind. Der Eigenverbrauch kann in diesen Fällen auf 30 bis 40 Prozent steigen. Eine weitere Maximierung ist mit Batterien möglich. Sie stehen derzeit an der Schwelle zur Wirtschaftlichkeit und werden daher noch finanziell gefördert (siehe Kasten).


Solarspeicher weiter gefördert

Wer seinen Eigenverbrauchsanteil auf bis zu 60 Prozent erhöhen will, kann das mit Batterien tun. Gefördert werden die Solarstromspeicher entgegen ersten Ankündigungen nun doch weiter. Das KfW-Programm „Erneuerbare Energien – Speicher (275)“ soll dieses Jahr in modifizierter Form fortgesetzt werden – bis 31. Dezember 2015 gab es hier zinsgünstige Kredite und einen Tilgungszuschuss von 30 Prozent. Die genaue Ausgestaltung des künftigen Förderprogramms ist derzeit in Vorbereitung.

Solare Batteriespeicher können seit diesem Jahr aber auch in den Programmen „Erneuerbare Energien (270, 274)“ und „Energieeffizient Bauen (153)“ mitfinanziert werden. Hier gibt es zinsgünstige Kredite.

Weitere Informationen: www.kfw.de/inlandsfoerderung/Unternehmen/Energie-Umwelt/Produktfinder/


Aktuelle Informationen zur Solarenergie gibt es auch auf https://twitter.com/SolarClusterBW.

Über das Solar Cluster

Das Solar Cluster Baden-Württemberg e.V. will den finanziellen, ökologischen, industriepolitischen und volkswirtschaftlichen Nutzen der Solarenergie stärker in das Bewusstsein der Öffentlichkeit rücken. Ziel der südwestdeutschen Branchenvereinigung ist zudem das Mitwirken an gesetzlichen Rahmenbedingungen zum weiteren Ausbau erneuerbarer Energien und die Schaffung eines dauerhaften Marktes für die Solarenergie. Auch sollen Forschung und Ausbildung sowie neue Technologien zur Stromspeicherung und Netzintegration vorangebracht werden. Das Solar Cluster vertritt rund 40 Mitglieder, neben Industrie und Handwerk der Solarbranche auch Energieunternehmen, Forschungsinstitute und Stadtwerke.

Pressekontakt:

Solar Cluster Baden-Württemberg e.V.
Dr.-Ing. Carsten Tschamber
Tel. +49 (0)711 7870-309
Fax: +49 (0)711 7870-230
E-Mail: carsten.tschamber@solarcluster-bw.de
Web: www.solarcluster-bw.de

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